genowo Genossenschaft für Wohnprojekte eG

Die genowo Genossenschaft für Wohnprojekte eG wurde 2007 von Aktiven aus der Wohnprojekte-Szene gegründet. Ihr Ziel war und ist die Schaffung von gemeinschaftlichem Wohnen auf Mietbasis, das nicht nur Eigenverantwortung und Selbstbestimmung ermöglicht, sondern auch nachhaltige Vernetzung und fürsorgliche Nachbarschaft. Das Angebot für so verstandenes gemeinschaftliches Wohnen besteht in Berlin weitgehend aus Baugruppenmodellen auf der Basis von Wohneigentum, die durch die erforderliche hohe Eigenkapitaldecke viele ausgrenzen. Zudem sind zahlreiche Menschen ab 50 Jahren aufgrund von Darlehenslaufzeiten von 20 oder 30 Jahren von der Möglichkeit der Wohneigentumsbildung und damit auch von Baugruppen komplett ausgeschlossen. Die genowo eG bietet ihnen eine Alternative. Die Genossenschaft ist nicht eigentumsorientiert und baut ausschließlich Mietwohnungen, die dem Spekulationskreislauf langfristig entzogen bleiben. Sie stellt den rechtlichen und organisatorischen Rahmen zur Verfügung, um gemeinschaftliche Wohnprojekte in Berlin und im Umland zu realisieren. Außer auf energetische Optimierung wird dabei besonders auf eine nachhaltige, kosten- und ressourcensparende Bauweise geachtet. Die Mieten dienen ausschließlich der Kostendeckung und der Tilgung, die Vorstandsarbeit erfolgt ehrenamtlich.

Wohnprojekte: 2
Mitglieder: 52
Gewerbeeinheiten: 1
Wohnungen: 35
Gemeinschaftsräume: 2

In den vergangenen Jahren errichtete die genowo eG zwei Gemeinschaftswohnprojekte in Friedrichshain-Kreuzberg. Bei dem Projekt Pintschstraße 5 wurde aus einem Gründerzeitaltbau ein kernsaniertes Niedrigenergiehaus. Bei dem Projekt Lausitzer Straße 38 wurde ein Nachkriegsbau der 1950er Jahre komplett saniert, teilweise entkernt und um einen Neubauteil erweitert. Das Grundstück wurde zunächst im Erbbaurecht erworben und nach einigen Jahren angekauft. Die Wohnungsgrößen im Bestand der Genossenschaft variieren von 33 bis 133 m². Eine Besonderheit der genowo eG ist, dass in beiden Projekten Bestandsmieter/innen wohnten, deren Verbleib die Genossenschaft dauerhaft gesichert hat. Ihre Wohnungen sind vollständig saniert, die Mieten wurden den jeweiligen Einkommensverhältnissen angepasst und die Bewohner/innen sind Teil der Hausgemeinschaft. Jedes Wohnprojekt verfügt über einen Gemeinschaftsraum mit Kochecke und kleinem Bad, großzügige Freiflächen sowie einen gemeinschaftlichen Werkstattkeller und Fahrradabstellraum. Die Hausgemeinschaften organisieren sich über monatliche Treffen und verschiedene Arbeitsgruppen und wirken bei Umbau- und Erhaltungsmaßnahmen mit.