Möckernkiez Genossenschaft für selbstverwaltetes, soziales und ökologisches Wohnen eG

Die Möckernkiez eG ist im Jahr 2009 aus einer seit 2007 aktiven Bürgerinitiative von Kreuzberger Bürgern entstanden, die auf einem damals zum Verkauf stehenden, 30.000 m. gro.en Baugrundstück am südöstlichen Rand des Parks am Gleisdreieck ein modellhaftes Neubauvorhaben entwickeln wollten. Bereits wenige Monate nach ihrer Gründung erwarb die Genossenschaft im Jahr 2010 das Grundstück von einer Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn AG und bezahlte den Kaufpreis von 8 Mio. € vollständig aus den eingezahlten Geschäftsguthaben der Mitglieder. In der Folgezeit erarbeiteten die Mitglieder mit viel Idealismus und Engagement gemeinschaftlich ein Konzept für das, wofür die Möckernkiez eG heute steht: Bauen nach bauökologisch und energetisch höchsten Standards, barrierefrei, generationenverbindend, inklusiv, interkulturell und auf der Kiezebene autofrei. Die planerische Gestaltung des Modellvorhabens haben fünf verschiedene Architekturbüros übernommen. Mit der Errichtung der ersten vier Gebäude begann der Möckernkiez zu Beginn des Jahres 2014, musste die Rohbauarbeiten aber bereits nach nur wenigen Monaten wegen ausbleibender Gesamtfinanzierung wieder einstellen.

Wohnprojekt: 1 (im Bau)
Mitglieder/Genossen: 1.800
Gewerbeeinheiten: 18
Wohnungen: 471
Gemeinschaftsräume: Diverse

Nach dem Verkauf von zwei für gewerbliche Nutzungen vorgesehenen Flurstücken und dem Vorliegen einer geschlossenen Gesamtfinanzierung konnten die Bauarbeiten im Juni 2016 wieder aufgenommen werden. Gebaut werden 14 Gebäude im Passivhausstandard mit insgesamt 471 genossenschaftlichen Mietwohnungen mit 1- bis 7-Zimmern sowie mit Wohnflächen zwischen 27 m2. und 150 m2. Darunter befinden sich sechs sogenannte Studio-WGÅLs mit jeweils zwei 1-Zimmer und zwei 2-Zimmerwohnungen zur Nutzung für soziale Zwecke. Der Bezug der ersten 180 Wohnungen wird zum 01.02.2018 erfolgen, die übrigen Wohnungen werden Mitte 2018 an die Wohnungsnutzer übergeben. Abgerundet wird das Bauprojekt durch die Errichtung einer Kinderfreizeiteinrichtung (betrieben vom Land Berlin), einer Mini-Kita und – als Treffpunkt für die Bewohner – einer Kiezstation zur gemeinschaftlichen Nutzung. Darüber hinaus werden in allen Gebäuden Gemeinschaftsflächen unterschiedlicher Art und Gr..e für die Bewohner vorhanden sein.

Das Modellvorhaben Möckernkiez ist ein hervorragendes Beispiel für bürgerliches Engagement im Bereich Wohnen ohne jegliche Unterstützung durch die Landespolitik.